NightPod

NightPod

Gestochen scharfe Bilder von der Erde. Und das bei Nacht. Keine leichte Aufgabe für die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS, welche mit einer Geschwindigkeit von ca. 28.000 km/h über der Erde ihre Bahn zieht. Der ganz irdischen Problematik des Verwischens bei hohen Belichtungszeiten musste man Herr werden. Dieser Herausforderung stellte sich die Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH. Das Berliner Unternehmen wurde durch die ESA, die Europäische Weltraumorganisation, im direkten Auftrag der Cosine Science & Computing BV beauftragt. Ziel war die Entwicklung, Konstruktion und Fertigung eines sogenannten „NightPod“.

NightPod

 

 Ohne Nachführung   Mit Nachführung 
 

Ohne Nachführung des NightPods
durch den Nodding Mechanismus

 

Mit Nachführung des NightPods
durch den Nodding Mechanismus

In ca. 350 km Höhe umkreist die ISS die Erde. Aus den sieben Fenstern der sogenannten Cupola kann der Astronaut Bilder der Erde aufnehmen. Die Beobachtungskuppel "Cupola" ist eine in 2010 gestartete Aussichtsplattform der ISS. Der Nightpod ist in diese Beobachtungskuppel integriert und installiert. Dort kompensiert er die Bewegungsunschärfe von Fotoaufnahmen bei Nacht. Er bewirkt, dass sich das Kameraobjektiv entgegengesetzt zur Flugrichtung der ISS kontinuierlich ausrichtet. Somit bleibt der Aufnahmepunkt konstant. Klare Nachtbilder von den Städten dieser Erde sind das Ergebnis.

Die Astro- und Feinwerktechnik entwickelte und realisierte den NightPod nicht nur. Auch die Gestaltung der Schnittstelle zur Raumstation sowie ausgewählte Tests lagen in den Händen der Konstrukteure und Ingenieure. Eine besondere Herausforderung bei Projekten für die bemannte Raumfahrt sind dabei die besonders hohen Sicherheitsanforderungen. Es muss unter allen Umständen sichergestellt sein, dass sich der Astronaut nicht versehentlich verletzen kann (da kein Arzt in der Nähe ist) oder der Mechanismus andere ISS-Baugruppen beschädigt.

  Nachtaufnahme von Berlin  

Die mit dem NightPod aufgenommenen Bilder helfen bei der Erforschung von Polarlichtern, der Lichtverschmutzung und der Ausbreitung der Städte. Der Astronaut André Kuipers brachte den NightPod im Rahmen der ESA PromISSe Mission an Bord der ISS. Der Start erfolgte am 21.12.2011 an Bord des Sojus Raumschiffes vom Startplatz Baikonur.

 

Nachtaufnahme von Berlin
(Image credit: ESA, NASA)